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Kettengetriebe sind formschlüssige Hülltriebe, bei denen eine endlose Kette zwei oder mehr Kettenräder umhüllt. Sie dienen, wie Stirnrad-getriebe, zur Kraft- und Bewegungsübertragung zwischen parallel liegenden Wellen. Die Umfangskraft wird schlupffrei zwischen Ritzel und Rad übertragen. Kettengetriebe werden dort eingesetzt, wo größere Achsabstände realisiert werden sollen. Sie sind im Gegensatz zum Riementrieb unempfindlich gegen Feuchtigkeit und Wärme, einfach zu montieren und zu demontieren. Mit einer Kette lassen sich mehrere Räder gleichzeitig antreiben, der An- und Abtrieb ist dabei gleichsinnig. Ein Kettentrieb enthält gegenüber einem Zahnradgetriebe mehrere Bauelemente, ist aber zum Teil kostengünstiger.

Der Anwendungsbereich von Kettentrieben ist vielfältig. Sie werden in Kraft- und Arbeitsmaschinen, Werkzeugmaschinen, Textilmaschinen, Land- und Baumaschinen und besonders in Transportanlagen (Hebezeuge und Förderanlagen) verwendet.

Vorteile von Kettengetrieben

  • stoßdämpfende Kraftübertragung ohne Schlupf
  • Mehrfachantrieb durch eine Kette (auch Drehrichtungsumkehr möglich)
  • größere Achsabstände überbrückbar
  • geringe Belastung der Wellen und Lager aufgrund der geringen Vorspannung gegenüber Riemengetrieben und Reibrädern
  • Einsatz bei hohen Umgebungstemperaturen möglich
  • Betrieb in Schmierölatmosphäre möglich (wie Zahnräder, d.h. der Antrieb wird durch Öle und Fette nicht geschädigt)
  • Einfache Montage
  • Übersetzung bei gegebenen Achsabstand durch Einsetzen anderer Kettenräder leicht veränderbar

Nachteile von Kettengetrieben

  • Ketten Geschwindigkeit und Kettenkraft durch Polygoneffekt nicht gleichmäßig
  • Verschleiß in den Gelenken der Kette führt zu größerer Kettenteilung mit der Gefahr des Überspringens sowie zu Änderungen des Übersetzungsverhältnisses
  • ungeeignet für periodische Drehrichtungsumkehr (Totgang zum Aufholen des Durchhanges der Kette)
  • nur für parallele, möglichst waagerechte Achsen geeignet
  • bei übereinander liegenden Achsen ist ein Kettenspanner erforderlich
  • es treten Kettenschwingungen, insbesondere bei stark periodischen Stößen und hohen Umfangsgeschwindigkeiten auf (Bild 4)
  • es ist eine genaue Achsparallelität, insbesondere bei breiten Ketten erforderlich

Kettentriebe verbinden in idealer Weise die Vorteile eines Kraft-schlüssigen Hülltriebes (Riementrieb) mit denen eines formschlüssigen Zahnradgetriebes. Verschiedene Anordnungen von Kettentrieben zeigt Bild 5.

Das Lasttrum als der ziehende Kettenstrang ist bei einem Kettentrieb möglichst nach oben zu legen. Eine waagerechte Lage oder eine Schräglage bis zu 60° ist günstig, währenddessen eine senkrechte Anordnung der Kettenräder aufgrund der schlechten Eingriffsverhältnisse des unteren Rades (Durchhang der Kette) ungünstig ist. Bei einer Trieblage über 60°sind Spannräder erforderlich. Sie sind ebenfalls erforderlich, wenn mehrere Räder angetrieben werden sollen (Bild 3).

  1. Waagerecht
  2. unter max. 60º geneigt, treibendes Rad unten
  3. unter max. 60º geneigt, treibendes Rad oben
  4. mit innerem Spannrad
  5. mit äußerem Spannrad
  6. mit zwei Spannrädern für Drehrichtungswechsel
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